Wer hätte das gedacht? Statt einer noch deutlich stärkeren Variante bringt Royal Enfield eine geupdatete Version der ursprünglichen 411er Himalayan auf den Markt: Die Royal Enfield Himalayan 440. Wir haben uns die Neuauflage der Ur-Himi angeschaut.
Sich treu geblieben – so könnte man die Modellpolitik von Royal Enfield, seines Zeichens ältester Motorradhersteller der Welt, bezeichnen. Nach monatelangen Gerüchten, ob eine hubraumstärkere Variante der wassergekühlten 450er Himalayan erscheint, geht die indische Traditionsmarke nun den umgekehrten Weg: Die neue 440er „Himi“ ist ein leicht überholtes Modell der ersten Himalayan, ohne im Gegensatz zu ihrer wassergekühlten Schwester ihre optischen Ursprünge zu verstecken.
Luft-/ölgekühlter Einzylinder wie im Ursprungsmodell
Denn statt eben dieser modernen Wasserkühlung werkelt unter dem robusten Blechkleid der Royal Enfield Himalayan 440 wie in der ersten Himalayan ein luft-/ölgekühlter Einzylinder, allerdings mit etwas mehr Leistung als im Urmodell. Statt 411 sind es nun 440 Kubikzentimeter Hubraum. Die maximale Leistung beträgt 25,4 PS (18,7 kW) und 34 Nm Drehmoment bei 6.250 Umdrehungen. Möglich macht diesen leichten Leistungszuwachs eine um drei Millimeter größere Bohrung. Neu ist außerdem der sechste Gang, der dem Motorrad gerade auf der Langstrecke mehr Souveränität verschaffen soll. Die Vorgängerin hatte nur fünf Gänge und musste dadurch bei flotterer Fahrweise spürbar (zu) hoch drehen.
Warum sich beide Modelle nicht gegenseitig Kunden wegnehmen
Doch warum führt Royal Enfield nun noch einmal eine luftgekühlte Himalayan ein? Außer Frage steht, dass die 450er Wasser-Himi technisch ein Quantensprung gewesen ist: Neues Fahrwerk, neue Bremsen, neue Reifen, TFT-Cockpit, fast doppelt so viel Leistung. Trotzdem sehnte sich die Community, vor allem in Indien, offenbar weiter nach einem einfachen Motorrad für die heimischen Schotterstraßen. Nicht jeder wollte es, wenngleich es durchaus Verbesserungspotenzial gab, einfach so gegen die gänzlich neue Variante eintauschen. Das lässt zumindest der Beginn des Launch-Trailers erahnen, den Royal Enfield veröffentlicht hat.
Genau dort setzt die Marke nun an und bedient mit der 440er Himalayan die „Puristen“ unter den Abenteurern. Ein bisschen Moderne gibt es trotzdem: LED-Beleuchtung, USB-Port und der altbekannte „Tripper“-Navigator sind auch in diesem Modell nun serienmäßig an Bord. Das Fahrwerk bleibt jedoch bewusst nicht einstellbar.
Marktstart in Europa noch offen
Das hat natürlich auch einen wirtschaftlichen Vorteil. Getreu dem Motto „Was nicht verbaut ist, kostet auch nichts“ wird das „Gebirgsarbeitstier“ von Royal Enfield deutlich niedriger eingepreist, das beweisen schon die indischen Preisschilder: Dort ist die 440er umgerechnet rund 700 Euro günstiger als die 450.
Preise für das Modell in Europa sind dagegen weiterhin ebenso unklar wie die Frage, ob die Neuauflage der Ur-Himi es überhaupt bis auf unseren Kontinent schafft. Hoffnung für alle Abenteurer, die ein einfaches, günstiges, aber robustes Motorrad suchen, macht indes die Tatsache, dass bisher ausnahmslos alle anderen aktuellen Royal Enfield Motorräder ihren Weg zu deutschen Händlern gefunden haben.
