Klassische Motorradmodelle und Elektroantriebe. Dass sich das beißt, dürfte auch Royal Enfield klar sein. Dennoch versucht es das Unternehmen nun erstmals mit zwei elektrischen Modellen auf dem Markt. Auf der EICMA 2025 wurde die Flying Flea (zu deutsch: Fliegender Floh) in den Varianten S6 und C6 vorgestellt, mit einem geschickten Kniff auf die eigene Historie.
Denn ganz neu ist der Begriff Flying Flea im Zusammenhang mit Royal Enfield nicht. In den 1930ern und 1940ern war die Flea ein kompaktes und vor allem extrem leichtes 125ccm Zweitakt-Verbrenner Motorrad, mit denen britische Fallschirmjäger ausgerüstet wurden. Die Maschine war so konzipiert, dass sie problemlos hinter den feindlichen Linien abgeworfen werden konnte, Fahrer inklusive. So konnte die britische Armee relativ zügig das gegnerische Terrain erkunden.
Seitdem hat sich natürlich einiges getan: Erstens wirft heute keiner mehr Motorräder aus dem Flugzeug, zweitens ist die Neuauflage der „Fliegenden Flöhe“ sicher nicht für militärische Zwecke bestimmt.
Flying Flea-Modelle: Maximal 15 PS und circa 110 Kilo leicht
Womit wir beim Sinn des neuen Modells wären. Für wen ist die Flea denn eigentlich geeignet? Klar wird, dass bei den voraussichtlichen Leistungs- und Reichweitendaten eher die schnelle Runde ins Café statt eine große Reise gefahren werden wird. Der Elektromotor liefert maximal rund 11 kW (also 15 PS) ans Hinterrad. Damit wird der elektrisierte Floh A1- bzw. B196 Führerschein konform. Der nötige Saft dafür kommt aus einem Aluminium-Akku-Pack, der in ein leichtes Magnesiumgehäuse eingefasst ist. Damit sollen beide Modelle nicht mehr als 110 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Akkukapazität ist noch nicht offiziell bestätigt, soll aber angeblich zwischen 5 und 6 Kilowattstunden liegen. Damit sollen Reichweiten von bis zu 150 Kilometer im Stadtverkehr möglich sein.
“Getankt” werden soll die Energie praktischerweise an der heimischen Haushaltssteckdose, der Akku wird aber wohl nicht entnehmbar sein. Die gleichen Spezifikationen gibt es in zwei Varianten: Einmal als “Roadster” in der Variante C6 und dann noch als “Scrambler” S6. Die “geländetaugliche” Variante kommt mit einer Enduro-Sitzbank und Stollenreifen von 19 statt 18 Zoll.
Connectivity und Navigation serienmäßig – Marktstart 2026
Auf der Ausstattungsliste steht serienmäßig außerdem ein TFT-Farbdisplay, ein kleines Staufach fürs Smartphone und ein USB-Port. Die Maschine ist mit einer Connectivity ausgestattet, die eine Navigation möglich macht. Los Stromern sollen die fliegenden Flöhe im Laufe des Jahres 2026. Die Preise wurden noch nicht kommuniziert, sollen laut Hersteller jedoch „für Aufsehen“ im positiven Sinn sorgen.
